Zarte Tascherl aus Erdäpfelteig, gefüllt mit fruchtigem Powidl und in Butterbröseln gewendet — eine bodenständige, typisch österreichische Nachspeise, die an Kindheit, Sonntage und Urlaub bei der Oma erinnert. Glutenfrei gelingen sie wunderbar, solange der Teig nicht zu weich ist und mit etwas Gefühl verarbeitet wird.
Zutaten (für ca. 12 Tascherl)
Für den Erdäpfelteig
- 500 g mehligkochende Kartoffeln
- 120 g glutenfreie Mehlmischung – siehe Notiz
- 40 g Maisstärke oder Kartoffelstärke
- 1 Prise Salz
- 1 kleines Ei (optional)
Für die Füllung
- 180–200 g Powidl (oder alternativ andere Marmeladen wie Zwetschgenmus, Aprikosen- oder Marillenmarmelade, Kirschmarmelade oder Kompott nach Geschmack)
- 1 EL Rum (optional)
Für die Brösel
- 100 g glutenfreie Semmelbrösel
- 50 g Butter
- Staubzucker zum Bestreuen
Notiz – glutenfreie Mehlmischung:
zum Beispiel Schär Brotmix, Bauckhof Mehlmix Kuchen & Kekse oder Byodo Kuchen & Keks Mehl. Achte darauf, dass die Mischung keinen starken Eigengeschmack hat und für süße Teige geeignet ist. Für alle, die gern selbst mischen möchten, kannst du folgende DIY-Mischung herstellen: 70 g Reismehl, 30 g Kartoffelstärke und 20 g Maisstärke. Da im Rezept zusätzlich Stärke verwendet wird, je nach Kartoffelsorte bei Bedarf etwas vorsichtiger dosieren und die Konsistenz des Teigs beobachten.

Zubereitung
Die Kartoffeln in der Schale weich kochen, abgießen und kurz ausdampfen lassen. Noch warm schälen, durchpressen oder zerstampfen und anschließend vollständig auskühlen lassen.
Die erkalteten Kartoffeln mit glutenfreier Mehlmischung, Stärke und Salz rasch zu einem glatten Teig verkneten. Der Teig soll weich und geschmeidig sein, aber formbar bleiben, sodass man ihn gut ausrollen und füllen kann, ohne dass er zerfällt. Nicht zu lange arbeiten, damit der Teig nicht klebrig wird. Falls der Teig zu klebrig oder zu weich ist und an den Händen haftet, noch etwas Mehl ergänzen. Sollte der Teig allerdings zu brüchig bleiben oder nach zusätzlichem Mehl immer noch nicht gut zusammenhalten, hilft meist ein Teelöffel weiche Butter oder ein kleines Ei. Alternativ kann der Teig 10 Minuten ruhen, damit sich die Stärke besser bindet. Falls nötig, noch einmal gut durchkneten. So wird der Teig geschmeidiger und lässt sich leichter verarbeiten.
Falls der Teig noch nicht die richtige Konsistenz hat, helfen diese Troubleshooting-Tipps:
– Teig ist weiterhin zu klebrig: Versuche, ihn 20 Minuten lang kühl zu stellen, damit die Stärke anzieht und der Teig fester wird. Anschließend nochmals wenig Mehl unterarbeiten – aber mit Vorsicht, damit er nicht bröselig wird.
– Teig bleibt zu brüchig: Gib esslöffelweise lauwarmes Wasser oder etwas mehr Butter hinzu und knete den Teig kurz durch, bis er geschmeidiger wird.
– Teig lässt sich gar nicht ausrollen oder reißt: Decke ihn für weitere 15 Minuten ab und lass ihn ruhen. Verwende beim Ausrollen etwas Kartoffelstärke, das macht die Oberfläche glatter. Wenn nötig, forme kleine Stücke zunächst mit den Händen und rolle sie anschließend aus.
Den Powidl nach Belieben mit Zimt und etwas Rum verrühren.
Arbeitsfläche mit glutenfreiem Mehl bestäuben, den Teig 3–4 mm dick ausrollen. Mit einem Ausstecher Kreise mit etwa 7 cm Durchmesser oder Quadrate mit etwa 7 x 7 cm Seitenlänge ausschneiden. Jeweils 1 Teelöffel Powidl in die Mitte jedes Stücks setzen, dann zusammenklappen und die Ränder gut andrücken.
Salzwasser in einem großen Topf aufkochen, dann sieden lassen. Tascherl vorsichtig einlegen und 10–15 Minuten ziehen lassen. Das Wasser soll dabei nicht sprudelnd kochen, sonst gehen die Tascherl leichter auf. Eine Garprobe zeigt, ob die Tascherl fertig sind: Sie beginnen, an die Oberfläche zu steigen, und schwimmen dann oben. Dann mit einer Schaumkelle vorsichtig herausheben.
Inzwischen die Butter in einer Pfanne schmelzen und die glutenfreien Brösel goldbraun rösten.
Die Tascherl mit einer Schaumkelle herausheben, kurz abtropfen lassen, in den Butterbröseln wenden und mit Staubzucker servieren.
Tipps, damit sie gut gelingen
Den Teig nur kurz kneten, sonst wird er zu weich und klebrig. Lässt er sich schwer verarbeiten, hilft meist eine kurze Ruhepause oder etwas Stärke.
Glutenfreier Teig ist meist etwas empfindlicher als klassischer Teig. Deshalb die Tascherl beim Füllen nicht zu voll machen und die Ränder wirklich sorgfältig verschließen. Am besten die Ränder mit den Fingern gut andrücken und zusätzlich mit einer Gabel rundherum fest zusammendrücken. So bleiben sie beim Kochen sicher geschlossen.
Meine Empfehlung
Sie schmecken am besten lauwarm, frisch aus den Bröseln. Wer mag, gibt noch Zimtzucker dazu oder verwendet braune Butter, das passt wunderbar zum Powidl. Reste können im Kühlschrank aufbewahrt werden und halten dort abgedeckt etwa 2 bis 3 Tage. Zum Aufwärmen die Tascherl am besten kurz in einer Pfanne mit etwas Butter erwärmen, damit sie wieder schön saftig werden. Die Tascherl lassen sich auch sehr gut einfrieren. Dazu die fertig gekochten und abgekühlten Tascherl einzeln auf ein Blech legen, vorfrieren und anschließend portionsweise in Gefrierbeuteln einfrieren. Zum Servieren die gefrorenen Tascherl kurz in heißem Wasser erwärmen oder in der Pfanne behutsam erhitzen, anschließend wie gewohnt in frischen Butterbröseln wälzen.

