Soilitude

Warum dein Geist im Autopilot läuft – und wie Meditation dich befreit

Autofriedhof in Montenegro, Foto: Soilitude

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Viele Menschen leben im Autopilot ihres Denkens. Der Schriftsteller Colin Wilson nannte dieses Phänomen den „inneren Roboter“. Meditation kann helfen, diese Automatismen zu erkennen und das eigene Bewusstsein zu schärfen.

Die Frage an Buddha: Wie kann ich der Menschheit dienen?

Ein Mann kam zum Buddha und sagte: „Ich möchte der Menschheit dienen. Bitte sag mir, wie ich das tun kann.“
Der Buddha antwortete sinngemäß:
„Wenn du wirklich der Welt helfen willst, beginne damit, dich selbst zu verstehen und zu befreien. Erkenne, wer du bist.“

Warum wir Masken tragen und unser wahres Selbst vergessen

Wenn Menschen erkennen, dass sie nur eine Maske tragen, setzen sie oft einfach die nächste auf – und glauben diesmal, ihr wahres Selbst gefunden zu haben. Das Wahre ist keine Errungenschaft, sondern das, was bleibt, nachdem alles abgelegt wurde. Dein wahres Ich ist etwas, das man entdecken muss und nicht ablegen kann – das ist der alles entscheidende Unterschied. Es ist schon vorhanden. Wenn es nichts mehr gibt, was du ablegen kannst, und nur noch das übrig ist, was nicht gewechselt werden kann, wirst du erkennen, was dich ausmacht. 

Gedanken erschaffen ein falsches Selbstbild

Meditation hilft, Gedanken wahrzunehmen, ohne sich automatisch mit ihnen zu identifizieren. In einem Moment ohne Gedanken bist du einfach nur da – frei von den Selbstbildern, die dein Denken normalerweise erzeugt. 

Sei dir deines Denkens bewusst, lass es zu, kämpfe nicht dagegen an und unterdrücke nichts. Stell dir vor: Deine Gedanken ziehen wie Wolken am Himmel, und du beobachtest sie ohne sie zu bewerten. Lass sie vorbeiziehen, ohne einzutauchen oder dich dagegen zu wehren. Beobachte, was abläuft, wie ein stiller Zeuge ohne zu urteilen.

Gedanken beobachten statt kontrollieren

Triffst du auf einen besonders schönen Gedanken, versuche, davon unbeeindruckt zu sein und ihn nicht festzuhalten, sobald du ihn unterstützt, gibst du ihm Nahrung, und er kann sich immer stärker festsetzen. Sollten negative Gedanken auftauchen, schau einfach vorurteilslos hin und tu so, als wärst du ein unbeteiligter Beobachter. 

Gib dir Zeit und übe regelmäßig diese Haltung beim Meditieren einzunehmen. Es dauert eine Weile, bis es funktioniert. Die Gewohnheit, zu beurteilen, tragen wir schon das ganze Leben mit uns herum. Deshalb ist dieser Vorgang ganz tief in uns verwurzelt.

Der innere Roboter nach Colin Wilson – Warum unser Geist im Autopilot lebt

Diese Art der Wahrnehmung hat Colin Wilson als „inneren Roboter“ beschrieben. Dieser innere Roboter, der quasi in dir wohnt, übernimmt alle Tätigkeiten, sobald sie für dich zur Gewohnheit werden. Du führst Dinge mechanisch und automatisch aus, zum Beispiel beim Autofahren. Sobald du Routine beim Fahren hast und eine Strecke kennst, übernimmt der Roboter das Steuer, und deine 
Gedanken sind weit weg vom eigentlichen Fahren. Vielleicht tippst du auch am Display herum und suchst nach deinen Lieblingsliedern, aber dein „innerer Roboter“ hat das Auto übernommen. Nur wenn etwas passiert oder du unerwartete Hindernisse auf dem Weg hast, übernimmst du wieder die Führung, indem ein Ruck deinen Körper durchfährt und du wieder in deiner vollen Präsenz beim Autofahren bist. Diesen Ruck kannst du spüren, doch wenn sich innerlich wieder alles beruhigt hat und zur Routine geworden ist, übergibst du wieder an den Roboter. 

Was kannst du gegen diese Fremdherrschaft im Kopf und im Körper tun?

Eine einfache Meditation gegen den inneren Roboter

Übernimm die Führung und übe mit Meditation: Setze dich oder lege dich in entspannter Haltung hin. Schließe deine Augen und lasse deine Gedanken vorbeiziehen. Beobachte deinen Geist mit neugieriger Aufmerksamkeit. Schau einfach zu, welche Gedanken auftauchen – ohne sie zu bewerten. Urteile nicht und lass den Verstand ungehindert fließen. Stell dir deine Gedanken wie einen Fluss vor, der einfach fließt. Du bist ein stiller Beobachter am Ufer, ohne zu interpretieren, was du siehst. 

Die Lücke zwischen zwei Gedanken – ein erster Blick auf dein wahres Selbst

Wenn du lange genug zusiehst, also wenn deine Gedanken in Bewegung geraten, wird früher oder später eine Lücke auftreten. Dann ist ein Gedanke fort und ein neuer ist noch nicht gekommen. Genau dieses „Nichts“ kann der Beginn einer tieferen Meditation sein.

Anleitung:

  1. Setze dich bequem hin und schließe die Augen.
  2. Beobachte deine Gedanken, ohne sie zu bewerten.
  3. Stell dir vor, sie ziehen wie Wolken am Himmel vorbei.
  4. Halte keinen Gedanken fest und wehre keinen ab.
  5. Achte auf die Lücke zwischen zwei Gedanken.

Praktiziere die Meditation so oft wie möglich. Das Einzige, was du dafür brauchst, ist ein bisschen Zeit und ein Platz, an dem du ein paar Minuten ungestört sein kannst. Versuche zu Beginn, die Übung 10 Minuten lang auszuführen. Wenn du einmal Übung darin hast, kannst du dir länger dafür Zeit nehmen, so wie es sich für dich angenehm anfühlt. Mit der Zeit wird dir die Übung immer leichter fallen. Vielleicht wirst du sogar merken, dass du dich jeden Tag darauf freust.

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