Soilitude

Marillenknödel

Marillenknödel aus Erdäpfelteig

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Bevor es losgeht:

Es gibt Gerichte, bei denen sofort die Laune besser wird – Marillenknödel sind da ganz vorne dabei, zumindest für mich. Spätestens wenn der süße Duft von Butterbröseln durch die Küche zieht, weiß man: Das wird was.
Aber jetzt kommt das wichtigste: für echte und wahrhaftige Marillenknödel brauchen wir einen Erdäpfelteig. Ja, richtig gelesen! Erdäpfel- nicht Kartoffelteig. Nur mit diesem können echte traditionelle Marillenknödel gemacht werden. Das Rezept für diesen Teig hat in unserer Familie eine Tradition, denn es wurde von Generation zu Generation weiter getragen und ich hatte die große Ehre es von meiner Schwiegermutter zu bekommen. Seit ich die Geheimnisse des perfekten Erdäpfelteiges kenne, sind mir niemals wieder Knödel mißlungen. Also jeder kennt vielleicht diese zähen, pampigen Knödel, die weder geformt noch gekocht werden wollen – damit war Schluss nachdem ich das geheime Rezept erhalten habe. Alle die es irgendwie bis hierher geschafft haben, können sich nun über die Veröffentlichung des Familienrezeptes erfreuen. In tiefer Verbundenheit zu allen andern leidenschaftlichen Küchenmenschen und Essbegeisterten teil ich es gerne.

Bevor sich jemand beschwert, ja das am Bild sind Erdbeeren, leider mag ja nicht jeder Marillen. Wer so wie ich ein paar Kinder hat, wird mich verstehen.


Zutaten

  • 50 dag festkochende Erdäpfel (wichtig festkochende auf keinen Fall mehlige verwenden!)
  • 15 dag griffiges Weizenmehl (auch hier bitte höchstens Augenmerk auf die Beschaffenheit des Mehles legen, auf keinen Fall zu glattem Mehl greifen!)
  • 1 Messerspitze frisch geriebene Muskatnuss
  • 1 Prise Salz
  • 10-12 Marillen (auch tiefgekühlte können verwendet werden) je nach große
  • 150 g Semmelbrösel
  • 100 g Butter
  • 70 g Zucker

Zubereitung:

  1. Die Erdäpfel mit Schale 25–30 Minuten weich kochen, bis wirklich kein Widerstand mehr da ist. Danach kurz ausdampfen lassen, noch warm schälen und heiß bzw. lauwarm durch die Kartoffelpresse drücken oder fein reiben.
    Wichtig: sauber arbeiten! Kleine Erdäpfelstücke im Teig sind echte Spielverderber und machen das Knödelformen unnötig mühsam.
  2. Jetzt das abgewogene Mehl zu den Erdäpfeln geben und alles flott zu einem kompakten, geschmeidigen Teigverkneten – nicht ewig herumkneten, der Teig mag’s kurz und knackig.
    Auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einer dicken Rolle formen und in ca 10 Portionen teilen. Sind die Marillen besonders stattlich, gehen sich auch 8 oder 9 Knödel aus, bei kleinen können es bis zu 12 Knödel werden.
  3. Die Teigstücke rund schleifen und flachdrücken, danach die Marillen in den Teig einpacken. Die Naht gut verschließen, damit später nix ausrinnt.
    Achtung bei den Rändern: Sind sie zu mehlig, hält der Teig nicht gescheit zusammen. In dem Fall einfach mit ein paar Tropfen Wasser nachhelfen – Erdäpfelteig ist da ganz dankbar.
  4. Beim Formen der Knödel unbedingt darauf achten, keine Luft einzuschließen. Sonst schwimmen die Knödel schon viel zu früh an der Oberfläche und haben leider auch eine größere Tendenz, aufzuplatzen.
  5. Zum Kochen die Knödel in einen großen Topf mit leicht gesalzenem, siedendem Wasser einlegen. Das Wasser soll sieden, aber keinesfalls sprudelnd kochen – Erdäpfelknödel mögen’s gemütlich.
    Die Knödel etwa 12–15 Minuten ziehen lassen. Gegen Ende der Garzeit steigen sie ganz brav an die Oberfläche. Falls sie am Anfang am Topfboden festkleben, nach ein paar Minuten vorsichtig mit einem Löffel lösen – dann passt das schon.
  6. Während die Knödel kochen, kann mann ganz entspannt die Butterbrösel zubereiten. Dazu den Butter in einer Pfanne zerschmelzen, dann die Brösel dazu und sie so lange rösten bis sie sich bräunen, dann den Zucker noch dazugeben und voila, das ganze Haus richt spätestens jetzt nach Butterbrösel.
  7. Die Knödel nach dem Kochen gut abtropfen lassen und noch heiß in den goldbraunen Bröseln wälzen, bis sie rundum schön überzogen sind.
    Beim Servieren ruhig großzügig sein: extra Brösel drüber, ein bissl Staubzucker obendrauf – fertig ist das Glück auf dem Teller.

Lasst es euch schmecken!

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